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Mittwoch, 04.06.2014

Türkisches Religionsamt beklagt Demokratie-Mängel in der Islamischen Welt

Nach den Wahlen in Ägypten mit einer geringen Wahlbeteligung und der Farce-Wahl in Syrien, wo die Hälfte nicht wählten, weil auf der Flucht

In ungewöhnlich offener Form hat der Vizechef des staatlichen Religionsamtes in der Türkei demokratische Defizite in der islamischen Welt beklagt. Nötig seien Selbstkritik und Modernisierungen, sagte der stellvertretende Behördenleiter Mehmet Emin Özafsar nach einer Meldung der Zeitung «Hürriyet» (Mittwoch). Der Mangel an Demokratie, Freiheitsrechten und einem modernen Verständnis von Religionsfreiheit und religiöser Bildung bildeten für die islamische Welt «eine sehr schwierige Sackgasse».

Fehlende Erneuerungen seien zugleich ein Grund für Konflikte in der islamischen Welt, betonte Özafsar. Andere Faktoren spielten zwar ebenfalls eine Rolle, doch dürften die Mängel innerhalb der islamischen Welt selbst nicht außer Acht gelassen werden. Das Religionsamt ist in der zu 99 Prozent muslimischen Türkei für eine staatskonforme Auslegung des Islam zuständig. Das Amt verwaltet alle 80.000 Moscheen im Land, bezahlt die Imame und schreibt die Freitagspredigten.

In den vergangenen Jahren hatte die Behörde mehrmals mit Initiativen zur Bekämpfung von Zwangsehen und anderen Missständen auf sich aufmerksam gemacht.