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Mittwoch, 12.02.2014


Uni Münster fürchtet um seinen Standort der ´Islamischen Theologie´

Steht Beiratsmodell auf der Kippe?

Für Anfang März ist ein weiteres Treffen zwischen den muslimischen Religionsgemeinschaften im Koordinationsrat der Muslime (KRM), der Universitätsleitung Münster und dem Wissenschaftsministerium geplant. Bei dem sog. „runden Tisch“ soll es um die Lösung des Konflikts um den theologischen Beirat am Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) gehen. Die islamischen Religionsgemeinschaften, Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung und der Hochschule hatten sich vorige Woche auf einen „runden Tisch“ verständigt, um die Probleme um das Zentrum zu lösen. Künftig wolle man partnerschaftlich und wohlwollend zusammenarbeiten

Die Rektorin der Universität, Ursula Nelles, will anscheinend schon vorher Fakten schaffen und meldet sich fleißig in den Medien zu Wort. Dabei stellt sie offen das bisherige Beiratsmodell in Frage. Der theologische Beirat am ZIT, der je zur Hälfte aus Vertretern des muslimischen Lebens und der Religionsgemeinschaften bestehen soll, konnte sich seit 2011 nicht konstituieren. Nelles gilt als Kritikerin des Beiratsmodells.

Die Universitäts-Rektorin erklärte, sie wolle die muslimischen Religionsgemeinschaften an der Arbeit des ZIT weiterhin „möglichst optimal“ beteiligen. Hintergrund könnte der Druck aus dem Senat der Universität. sein. Zudem ist die Universitätsleitung mit dem Ergebnis des Aufeinandertreffens Anfang Februar unzufrieden. Sie befürchtet, dass Land und Muslime nun verstärkt Ausschau nach anderen Standorten in NRW hält und damit verlöre Münster an Renomee und Landesmittel. Denn nach dem Desaster um die Absetzung des damaligen Professors Kalisch droht nun ein weiterer Rückschritt für den Theologie-Standort Münster. Und für die bekenntnisgebundene Theologie ist die Uni auf die Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften verfassungsrechtlich angewiesen.

Die angestrebte Lösung im Beiratskonflikt will Nelles vermutlich nutzen, um Druck für den Standort Münster auszuüben. Der Koordinationsrat der Muslime lehnt jedoch eine weitere Zusammenarbeit mit dem Leiter des Zentrums für Islamische Theologie, dem umstrittenen Professor Mouhanad Khorchide ab. Das Verhältnis zur Leitung des ZIT sei irreparabel zerstört heißt es. In einem Gutachten wirft der KRM Khorchide mangelnde Wissenschaftlichkeit und fehlende Bekenntnisgebundenheit vor. (islamiQ/KNA, Eigene)