Newsinternational Samstag, 25.05.2013 |  Drucken

Ethnische Säuberung 2.0

Nach Vertreibungsversuchen folgt die Diskriminierung über Geburtenzwang: Nur zwei Kinder für Muslime – Beschluss der Behörden im buddhistischen Bundesstaat Rakhine

Im Westen Myanmars dürfen Familien der muslimischen Rohingya-Minderheit nur noch zwei Kinder bekommen. Die Behörden im Bundesstaat Rakhine beschlossen, die Geburtenrate für die Bewohner von zwei Städten an der Grenze zu Bangladesch zu beschränken.

Sie begründeten ihre Entscheidung damit, die Spannungen zwischen den Rohingya und den Buddhisten in der Region entschärfen zu wollen. "Das Bevölkerungswachstum der Rohingya-Muslime ist zehnmal höher als das der Buddhisten in Rakhine", sagte ein Regierungssprecher.

Dort lebende Buddhisten seien von der Geburtenbeschränkung nicht betroffen. Diese Verordnung dürfte Kritik anheizen, dass die muslimische Minderheit in dem mehrheitlich buddhistischen Land diskriminiert wird.

200 Tote bei Unruhen

Im vergangenen Jahr waren bei Unruhen in dem Bundesstaat zwischen den religiösen Gruppen etwa 200 Menschen getötet worden. Mehr als 125.000 Menschen, vorwiegend Rohingyy-Muslime, flohen. Seit den Ausschreitungen leben Buddhisten und Rohingya in Rakhine faktisch getrennt.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch kritisierte die Vorschläge der Kommission. Der Bericht nenne nicht die Verantwortlichen für die "ethnische Säuberung" und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Juni und Oktober 2012 in der Region.

Der stellvertretende Asien-Direktor der Organisation, Phil Robertson, sagte, somit würden Extremisten auch künftig nicht von derartigen Verbrechen abgeschreckt. Ohne Reformen könnte sich auch die Verdoppelung der Sicherheitskräfte als "potenzielles Desaster" erweisen.(Quelle: Tagesschau.de u.a)




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