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Freitag, 19.04.2013

Neue Widerstandskultur im Nahost-Konflikt?

Samer Issawi im Hungerstreik: Symbolfigur im israelischen Gefängnis auf 40 Kilogramm abgemagert

Abgemagert auf 40 Kilogramm liegt er in einem israelischen Krankenhaus, über Schläuche wird ihm das Nötigste zugeführt, nach Angaben seines Anwalts ist das Herz schwach, die Nieren sind angegriffen. Mit der selbstgewählten Tortur will der 33-Jährige seine Freilassung aus israelischer Haft erzwingen - und mit seinem Leiden ist er zum neuesten Symbol geworden für den Kampf der Palästinenser gegen Israel.

Samer Issawi ist einer von fast 5000 palästinensischen Gefangenen in israelischen Haftanstalten, deren Schicksal plötzlich ganz nach oben gerückt ist auf der Konflikt-Agenda. Präsident Mahmud Abbas hat gerade erst dem US-Außenminister John Kerry erklärt, dass er ohne eine Freilassung von Gefangenen keine neuen Friedensverhandlungen beginnen will. Am Mittwoch, dem alljährlichen 'Tag der Gefangenen', wurden landesweit Protestmärsche organisiert, und im Gazastreifen ist gar in einem früher auch von den Israelis benutzten Kerker ein Gefangenenmuseum eröffnet worden. Emotional und politisch wird das Thema enorm aufgeladen.

Die Israelis haben ihm die Ausreise in ein europäisches Land oder die Abschiebung nach Gaza angeboten. Doch Issawi beharrt darauf, in seine Heimatstadt Jerusalem entlassen zu werden.

Anfang April verbreitete sich eine von ihm verfasste 'Hunger-Rede' mit rasender Geschwindigkeit um den halben Globus. Gerichtet ist diese dramatische Schilderung seines Leidens an Israels Intellektuelle, denen er 'kaltes Schweigen' vorwirft und sie auffordert, 'das Schießpulver von ihren Stiften zu wischen'. Als Antwort schrieben bekannte Autoren wie Amos Oz, Abrahahm B. Jehoschua und Nir Baram einen Brief an Issawi, in dem sie ihn zum Ende des Hungerstreiks aufforderten: 'Wir fühlen, dass der Selbstmord, den du begehen willst, dem Konflikt zwischen zwei Völkern eine weitere Dimension der Tragik und Verzweiflung hinzufügt.' (Quellle:Sueddeutsche Zeitung 18.04.13)



Die Israelis haben ihm die Ausreise in ein europäisches Land oder die Abschiebung nach Gaza angeboten. Doch Issawi beharrt darauf, in seine Heimatstadt Jerusalem entlassen zu werden.

Anfang April verbreitete sich eine von ihm verfasste 'Hunger-Rede' mit rasender Geschwindigkeit um den halben Globus. Gerichtet ist diese dramatische Schilderung seines Leidens an Israels Intellektuelle, denen er 'kaltes Schweigen' vorwirft und sie auffordert, 'das Schießpulver von ihren Stiften zu wischen'. Als Antwort schrieben bekannte Autoren wie Amos Oz, Abrahahm B. Jehoschua und Nir Baram einen Brief an Issawi, in dem sie ihn zum Ende des Hungerstreiks aufforderten: 'Wir fühlen, dass der Selbstmord, den du begehen willst, dem Konflikt zwischen zwei Völkern eine weitere Dimension der Tragik und Verzweiflung hinzufügt.' (Quellle:Sueddeutsche Zeitung 18.04.13)