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Freitag, 18.11.2011

Wende im Westen?

Obama erklärt Anti-Terror-Kampf für beendet und wendet sich Fernost zu

Laut Süddeutsche Zeitung erklärt Barack Obama das Jahrzehnt des Anti-Terror-Kampfes für beendet und wendet sich Fernost zu. Amerika wendet sich also Asien zu - in jeder Hinsicht, auf lange Zeit. Geradezu bedingungslos klingt, wie Präsident Barack Obama seine Nation nach Westen wendet. Nach Fernost: 'Dies ist die Zukunft, nach der wir streben im asiatisch-pazifischen Raum: Sicherheit, Wohlstand und Würde für alle', sagte der US-Präsident am Donnerstag vor dem australischen Parlament in Canberra. 'Dafür stehen wir, das sind wir. Möge sich niemand täuschen: Im asiatisch-pazifischen Raum des 21. Jahrhunderts werden die Vereinigten Staaten voll und ganz dabei sein.'
China ist eindeutig Obamas wichtigster Adressat. Aber der Präsident hält sich mit direkter Kritik zurück. Die USA suchten 'eine kooperative Beziehung mit China', versichert er, die gesamte Region habe 'ein tiefgreifendes Interesse am Aufstieg eines friedfertigen und prosperierenden Chinas'. Obama versichert pflichtschuldig, Amerika werde gegenüber Peking Verstöße gegen internationale Normen und Menschenrechtsverletzungen 'offen ansprechen' - nur nennt er keine Beispiele, keine Namen.

„Deutlicher artikuliert Obama die eigenen Motive. Mit seiner Wende nach Asien will der Präsident die zehn Jahre des Anti-Terror-Kriegs nach 9/11 hinter sich lassen. Er erinnert knapp daran, dass bis Weihnachten die letzten US-Soldaten aus dem Irak abziehen werden. Auch in Afghanistan beginne 'ein verantwortungsvoller Übergang', also der Rückzug bis 2014. 'Nach einer Dekade, in der wir zwei Kriege ausgefochten haben, wenden die Vereinigten Staaten ihre Aufmerksamkeit dem riesigen Potential der asiatisch-pazifischen Region zu.' An dieser Stelle erwähnt Amerikas selbsternannter 'pazifischer Präsident' das einzige Mal das verbündete Europa - beiläufig, und in einem Halbsatz, der auch die Partnerschaft mit Lateinamerika lobt. Anders Ost- und Südostasien: 'Hier sehen wir die Zukunft!' Es sei 'eine fundamentale Wahrheit - die Vereinigten Staaten sind stets eine pazifische Nation gewesen und werden es immer sein.'“ Schreibt der SZ-Amerika-Korrespondent Christian Wernicke weiter.


Asien: 'Wir sind hier, um zu bleiben', sagt Obama.

Und dann liesst Obama haargenau vom Blatt ab: 'Kürzungen bei den US-Verteidigungsausgaben werden nicht - ich wiederhole: werden nicht - auf Kosten des asiatisch-pazifischen Raums erfolgen.' Was im Umkehrschluss bedeutet: Gespart wird anderswo, zum Beispiel in Europa. Als erstes Signal für Asien gilt, dass die US-Marines bis zu 2500 ihrer sogenannten 'Ledernacken' im nordaustralischen Darwin stationieren werden - was die erste, langfristig angelegte Expansion amerikanischer Militärpräsenz im Pazifik seit dem Vietnamkrieg bedeutet. 'Wir sind hier, um zu bleiben', sagt Obama.