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Montag, 04.04.2011

Der Staat steht in der Bringschuld

UN-Religionsexperte kritisiert Deutschland wegen mangelnder Kooperation mit den Muslimen

Der UN-Sonderberichterstatter zur Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt (Bild), forderte Deutschland auf, sich für eine Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften einzusetzn und so sich dem religiösen und weltanschaulichen Pluralismus zu öffnen. «Es ist nicht richtig, wenn Muslime nur dann partizipieren können, wenn sie sich nahtlos in die gegebenen Strukturen einpassen, wenn sie sich also im Grunde verkirchlichen», sagte Bielefeldt am Freitag in Berlin in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Staat stehe «in einer Bringschuld». Weil er sich zur Religionsfreiheit bekenne, müsse er auch die Strukturen öffnen.

In Deutschland haben die größeren Religionsgemeinschaften den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. An muslimische Verbände werden immer Forderungen einer stärkeren Institutionalisierung gerichtet, damit sie etwa beim Religionsunterricht ein verbindlicher Partner des Staates sind.

Heiner Bielefeldt kritisiert auch das Kopftuchverbot in Deutschland. Sie seien «zumindest sehr begründungsbedürftig». Für nicht legitim halte er «diejenigen Landesgesetze, die scheinbar generelle Verbotsregelungen enthalten, dann aber Ausnahmen für christliche Symbole vorsehen». Das Argument, dass diese allgemeine Kulturwerte repräsentierten, wertete er als «Sophistereien, die nicht wirklich überzeugen können». (Quelle:Islamische Zeitung)