Newsnational Freitag, 07.01.2011 |  Drucken


Foto von links nach rechts:Präses Nikolaus Schneider (Vorsitzender des Rates der EKD), Pfarrer Boulos Shehata (Koptische Gemeinde St. Maria, Düsseldorf),Vorsitzender Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime in Deutschland)und Diakon Hans Georg Keller (Dom Essen)

Gemeinsames Signal der Hoffnung von Christen und Muslimen

Eine Delegation des Zentralrats mit dem Vorsitzenden Aiman Mazyek hat gestern Abend den Weihnachtsgottesdienst der koptischen Kirche St. Maria in Düsseldorf besucht

„Für uns Muslime war es eine Selbstverständlichkeit gerade nach dem schrecklichen Attentat in Alexandria auch an diesem hohen christlichen Feiertag unsere tiefe Verbundenheit mit der koptischen Gemeinde in Deutschland zu zeigen. Es war für uns eine Ehre dem dreistündigen feierlichen Weihnachtsgottesdienst beizuwohnen“, erklärte Mazyek.

Der koptische Pfarrer Boulos Shehata begrüßte vor den etwa 250 koptischen Gläubigen die Mitglieder des Zentralrates der Muslime sehr herzlich. In seiner Rede während des Gottesdienstes lobte er ausdrücklich das aufrichtige Mitgefühl des ZMD und der Muslime insgesamt. Zahllose Besuche, Telefonate und Emails der Kondolenz von Muslimen aus dem In- und Ausland seien bei ihm und der Gemeinde inzwischen eingegangen.

Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek drückte in einer kurzen Rede vor den Gläubigen und Vertretern der christlichen Kirchen, darunter Präses Nikolaus Schneider, erneut seine tiefe Anteilnahme aus und unterstrich an einem Beispiel die lange historische Bande zwischen Muslimen und koptischen Christen. Schließlich floh im 7. Jahrhundert ein Teil der ersten islamischen Gemeinde vor den Verfolgungen in Mekka nach Abessinien, wo sie vom christlichen Kaiser in Frieden und Freiheit aufgenommen wurden. Dies habe und werde man nie vergessen.

Weitere kurze Redebeiträge aus der Gemeinde während des Gottesdienstes unterstrichen unter anderem, dass sich die Verbundenheit von Christen und Muslimen trotz der schrecklichen Tat von Alexandria nicht erschüttern lassen dürfe.

„Keine Verbrecher auf der Welt können mit ihren schändlichen und gotteslästerlichen Taten einen Keil zwischen Christen und Muslime treiben“, zeigte sich Aiman Mazyek zufrieden mit dem gemeinsamen Signal der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit.



Lesen Sie dazu auch:
Interview im RBB: Tiefe geschichtliche Verbindung zwischen Muslimen und Kopten
WDR: Anschlag auf ein Gotteshaus, egel welches, ist immer auch ein Anschlag auf das eigene Gotteshaus

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