Newsinternational Sonntag, 07.02.2010 |  Drucken

Al Qaida tötete am meisten Muslime - Bis zu 98 Prozent muslimische Opfer

Studie bringt erschreckende Zahlen zu Tage und räumt mit einem allgemeinen Vorurteil auf, dass angeblich die meisten Opfer aus dem Westen stammen

Dem Bericht des Zentrums zur Bekämpfung des Terrorismus an der amerikanischen Westpoint Academy (siehe unterer link) zufolge waren nur 15 Prozent der 3.010 Menschen, die zwischen 2004 und 2008 bei insgesamt 313 der Gruppe Al Qaida zugeordneten Anschlägen ums Leben kamen, Bürger westlicher Staaten.

Die Zahlen für die letzten Jahre sind sogar noch deutlicher: In den Jahren 2006 bis 2008 stammten nur zwei Prozent der Opfer aus dem Westen. Die übrigen 98 Prozent waren Einwohner von Ländern mit muslimischer Mehrheit. Der Bericht zielt darauf ab, Muslime in aller Welt davon zu überzeugen, daß die Gewalt von Al Qaida keine Unterschiede macht. Die Autoren der Studie verwandten ausschließlich Berichte aus der arabischen Presse, um die Daten zu den Opferzahlen zu erheben

„Dies ermöglichte es den Forschern, Vorwürfe zu vermeiden, die Ergebnisse seien aufgrund der Verwendung westlicher Presseberichte oder von Studien aus den USA verfälscht“, erklärt der Bericht. Zumindestens einige arabische Veröffentlichungen sind bereits auf die Untersuchung aufmerksam geworden. Die kuweitische Zeitung al-Jarida druckte die Ergebnisse der Studie mit dem Aufmacher: „Das Land des Islam wird vom Feuer des Al-Qaida Terrors verbrannt. 98 Prozent der Opfer Muslime, 2 Prozent sind Fremde.“ Amerikanische Geheimdienste glauben, daß Al Qaida weiterhin aktiv Anschläge in westlichen Ländern plant, aber daß die Organisation dabei auf größere Schwierigkeiten stößt als in früheren Jahren.

In den Jahren 2004 und 2005 gelang es Al-Qaida, Anschläge in London und Madrid zu verüben, bei denen eine Anzahl von westlichen Bürgern getötet wurden. Aber in den letzten Zeit hatte die Organisation offenbar Schwierigkeiten, außerhalb von Ländern mit muslimischer Mehrheit zuzuschlagen. Im Jahr 2006 gab es bei den Anschlägen der Gruppe keine westlichen Opfer, und von den insgesamt 12 Opfern des Jahres 2007 kam die Hälfte bei den Anschlägen auf ein Hotel der Kette Marriott in Islamabad, Pakistan ums Leben.

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