Newsinternational Montag, 18.01.2010 |  Drucken

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Türken und Israelis schenken sich zur Zeit nichts

Israel entschuldigt sich bei der Türkei und droht erneut

Steht wegen türkischer Serie „Tal der Wölfe“ Ausweisung des türkischen Botschafters bevor? Dennoch setzen Israel und Türkei deutlich auf Entspannung

Istanbul/Tel Aviv - Scheinbar gilt in Nahostkonflikt die viel gepriesene Trennung von Politik und Medien (siehe auch Dänemark und Karrikaturenstreit) weit weniger, denn der erneute Stein des Anstoßes eines Streites zwischen der Türkei und Isarel ist die türkische TV-Serie "Tal der Wölfe". Darin werden Israelis als Folterer und Mörder dargestellt, denen aber wehrhafte Türken ein Ende im Dienste des Islam bereiten. Der israelische Politiker Danny Ajalon - immerhin Vizeaußenminister Isarels - ist daraufhin mit neuer Affront ins Haus gefallen: Sollte die Türkei wieder Anlass zu Ärger geben, so werde man den Botschafter "nächstes Mal vielleicht ausweisen".

Die Macher der Serie haben angekündigt, dass die nächste Folge noch radikaler werden soll. Somit scheint die nächste Krise programmiert, die TV-Serie wird allmählich ein prägender Faktor der Nahost-Politik.

Inmitten dieser wachsender Spannungen zwischen beiden Ländern versuchte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Sonntag, die einst als "strategische Partnerschaft" gepriesenen Beziehungen seines Landes zur Türkei zu retten. Eigentlich war der Zweck seines schon lange vorher geplanten Besuchs ein Rüstungsgeschäft, in dem es um den Verkauf israelischer Heron-Drohnen an die türkische Armee geht. Angesichts der politischen Verstimmungen begann er den Besuch jedoch mit einem Marathon-Gespräch mit Außenminister Ahmet Davutoglu.

Nicht weniger als dreieinhalb Stunden dauerte die Unterredung. Erst danach ging Barak mit seinem Amtskollegen Vedi Gönül zum geschäftlichen Teil der Visite über.
Zuvor hatte sich der israelische Politiker Danny Ajalon offiziell entschuldigen müssen, nachdem er den türkischen Botschafter Oguz Celikkol demütigend behandelt hatte. Dies ware eine bittere Lehrstunde für Israels Außendiplomatie. (Quelle: dpa, WELT, eigene)




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