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Montag, 21.12.2009

Open Society Institute in London (OSI): Europaweit werden Muslime diskriminiert

Die Zahl der in Europa lebenden Muslime wird auf 15 bis 20 Millionen geschätzt

Die Bilanz zeigt, dass die Mehrheit der befragten Muslime immer mehr diskriminiert werden, obwohl sie eine größere Loyalität ihrem Land gegenüber zeigen und in Harmonie mit ihren Mitbürgern leben wollen. „Viele Europäer glauben, dass religiöse Identität ein Hindernis für eine gelungene Integration darstellt. Dennoch ist die Mehrheit der Muslime ihren Ländern und Städten gegenüber, in denen sie leben, loyal“, sagte die Projektleitern Nazia Hussain, und forderte europäische Länder auf, mehr für eine offene europäische Gesellschaft zu tun, für die sie ständig plädieren. Insbesondere die letzte Volksinitiative in der Schweiz habe gezeigt, dass Islamfeindlichkeit in Europa ein ernstes Problem sei.

Für die Studie wurden jeweils 2000 Muslime und Nichtmuslime in elf Städten (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen, Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Leicester, London, Marseille, Paris und Stockholm) in vertieften persönlichen Gesprächen zu ihren Sorgen und Wünschen, ihrer Selbstwahrnehmung sowie zu ihrer Einschätzung des Zusammenlebens in ihren Bezirken befragt. Für die Befragung der Muslime wurden über 60 Fokusgruppen gewählt. Es befanden sich darunter muslimische Führungspersonen, Akademiker, Journalisten und Aktivisten.

Die Studie, die Anfang kommenden Jahres veröffentlicht wird, zeigt Beispiele des regionalen Wandels und führt vor, inwiefern sich Zuständige mit den Integrationsproblemen im Bereich Bildung, Wohnungssuche, Gesundheit und Medien befassen.

Diskriminierung auf der Arbeit, in der Schule und bei den Wahlen

Die Studie zeigt außerdem, dass Muslime viel mehr unter Arbeitslosigkeit leiden als ihre europäischen Mitbürger. Sie werden schlechter bezahlt und die Armut ist unter den Muslimen höher als bei anderen.

Laut Bericht sind auch muslimische Schüler Diskriminierungen in der Schule ausgesetzt. Die Lehrer würden von muslimischen Schülern weniger erwarten, heißt es weiter.

Auch werde Muslimen die Teilnahme an den regionalen Wahlen vorenthalten, da sie trotz langer Aufenthalte in Europa immer noch keine Staatsbürgerschaft erlangten.

„Religiöse Diskriminierung gegen Muslime ist ein ernsthaftes Hindernis für eine äquivalente Partizipation in der Gesellschaft“, wird in der Studie unterstrichen. Das Ergebnis der Studie zeige eine ähnliche Schlussfolgerung mit den anderen Untersuchungen, die in den letzten fünf Jahren zur Erforschung von Diskriminierung der Muslime gemacht wurden, sagte Hussain weiter.

Hussain kritisierte ferner, dass es sehr wenig offizielle Zahlen über Muslime in Europa gibt. Erkenntnisse über Muslime, die auf Vermutungen und Anekdoten fußten, führten zu falschen und mangelhaften Informationen über Muslime in Europa, fern von wahrhaftigen Erfahrungen und Ängsten dieser Gemeinschaft.

In dem Bericht werden europäische Politiker aufgerufen, Diskriminierung insbesondere in der Bildung und Wohnungssuche zu bekämpfen. Um eine integrationsfreundliche Politik zu führen, müssten sie mehr auf reelle Statistik in diesem Bereich setzen.
Die Zahl der in Europa lebenden Muslime wird auf 15 bis 20 Millionen geschätzt. (Quelle: www.igmg.de)