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Freitag, 07.08.2009

„Die unheilige Allianz“

Verstrickung Athens bis in die Führungsetagen auf dem Balkan enthüllt: Griechische Söldner waren am Völkermord an den Bosniern beteiligt

ISTANBUL - Erstmals haben frühere Freischärler in Griechenland öffentlich zugegeben, dass griechische Freiwillige mit Unterstützung Athens an der serbischen Kriegsführung in Bosnien und zumindest mittelbar auch an dem Massaker von Srebrenica beteiligt waren. Stavros Vitalis, der während des Krieges in Bosnien die Aufstellung griechischer Einheiten zur Unterstützung der bosnischen Serben koordinierte, wies in einer Mitteilung auf eine „Vereinbarung“ mit der militärischen Führung der bosnischen Serben hin, nach der alle griechischen Freiwilligen in die bosnisch-serbische Armee integriert worden seien. Allerdings sei ihnen nicht erlaubt worden, an Angriffsoperationen teilzunehmen. Dies gelte auch für die „Kämpfe“ in und vor Srebrenica bei der „Wiedereroberung“ der vermeintlichen UN-Schutzzone durch die Serben im Juli 1995. Nach der Einnahme des Ortes durch Truppen des serbischen Generals Mladic; wurden mehr als 7000 muslimische Männer und Jungen ermordet.

Die griechischen Freiwilligen in Bosnien genossen laut Vitalis damals nicht nur die Unterstützung von weiten Teilen der Gesellschaft ihres Herkunftslandes, sondern angesichts der „warmen Freundschaft“ zwischen dem langjährigen Ministerpräsidenten Andreas Papandreou und dem damaligen Serbenführer Radovan Karadic; auch von Politikern. Vor allem Papandreous Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) habe die Kämpfer unterstützt, sagte Vitalis, ein Mitglied des chauvinistischen Sammelbeckens „Panhellenische Mazedonische Front“, das auch gegen eine Anerkennung des Nachbarstaates Mazedonien unter seinem verfassungsmäßigen Namen streitet.

Die Mitteilung gelangte begleitend zu einer Verleumdungsklage an die Öffentlichkeit, die Vitalis gegen den bekannten Athener Publizisten Takis Michas angestrengt hat. Michas hatte schon 2002 in seinem zunächst in den Vereinigten Staaten erschienenen Buch „Die unheilige Allianz“ Griechenland und Milosovic Serbien die Verstrickung Athens in Verbrechen auf dem Balkan enthüllt. Anlass zur jüngsten Klage gegen ihn war ein Zeitungsartikel in der griechischen Tageszeitung „Eleftherotypia“, in dem Michas abermals auf die griechische Beteiligung an dem „Gemetzel“ in Srebrenica hingewiesen hatte. Nach Angaben von Michas will die Staatsanwaltschaft nun damals führende Politiker der Pasok und der regierenden Nea Dimokratia als Zeugen anhören. (aus FAZ vom 03.08.2009)