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Dienstag, 09.06.2009

Überraschung bei Wahlen in Libanon - Hat Obamas Rede daran Anteil?

Lob für die friedliche Wahl und Demokratie-Bekenntnis

Das Bündnis aus Sunniten und überwiegend maronitischen Christen errang mit 68 Mandaten im 128-köpfigen Parlament erneut die Mehrheit. Die schiitische Hisbollah und die mit ihr verbündete christliche Freie Patriotische Bewegung (CPL) von Ex-General Michel Aoun kommen auf 57 Sitze. Drei Mandate gingen an Einzel-Politiker.

Nach der Parlamentswahl und zwei Jahre nach dem verheerenden Angriffen Israels auf das Land im Libanon hat US-Präsident Barack Obama dem Volk des arabischen Landes gratuliert. Dieses habe bei der friedlichen Wahl vom Sonntag Mut und ein Bekenntnis zur Demokratie unter Beweis gestellt, erklärte Obama am Montag in Washington.

Der Ausgang der Wahlen ist eine Überraschung und hat nahezu alle Prognosen widerlegt: Die schiitische Hisbollah hat bei den Wahlen angesichts der Umfragewerte eine Niederlage erlitten. Das prowestliche Bündnis um Saad al Hariris Moustaqbal-Partei wird weiter die Parlamentsmehrheit stellen. Nun müssen jedoch die rivalisierenden Politiker gemeinsam eine neue Regierung bilden – das wird sehr schwer sein.
Womöglich hatte Barack Obama Rede seinen Anteil. Schließlich nährte der US-Präsident nur wenige Tage vor der libanesischen Richtungswahl mit seiner Rede in Kairo neue Friedenssehnsucht im Nahen Osten. „Die Kampf-Rhetorik der Hisbollah passt da wenig ins Bild“ – dies meint zumindest die Süddeutsche Zeitung in ihrem Kommentar.