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Freitag, 13.02.2009

US-Geheimdienstchef: Wirtschaftlicher Niedergang schlimmer als Al-Kaida

Militär muss sich "höchstwahrscheinlich" auf Kürzungen einstellen - Für dieses Haushaltsjahr sind 515 Milliarden Dollar geplant, ohne die Kriege Irak und Afghanistan einberechnet

Der neue US-Geheimdienstdirektor Dennis Blair sieht in der globalen Wirtschaftskrise eine wachsende Bedrohung für die amerikanischen Interessen in der Welt. Sie könne Regierungen in unterentwickelten Staaten, die den USA freundlich gesonnen seien, destabilisieren und die NATO-Unterstützung im Afghanistan-Konflikt schwächen, sagte Blair am Donnerstag in einer Senatsanhörung. «Die kurzfristigen Hauptbesorgnisse bei der Sicherheit der USA liegen in der globalen Wirtschaftskrise und ihren geopolitischen Auswirkungen», sagte der Chefkoordinator der 16 US-Geheimdienste. «Die Krise dauert nun schon über ein Jahr, und Ökonomen sind geteilter Meinung darüber, ob wir und wann wir den Tiefpunkt erreichen könnten.»

Notlagen in Schlüsselregionen wie Lateinamerika und Afrika könnten den Einfluss der USA in diesen Teilen der Welt schmälern. Außerdem würden Schuldzuweisungen an die USA wegen der Krise Amerikas Führerschaft in der Weltwirtschaft gefährden, sagte Blair weiter. «Diese Krise stellt Herausforderungen für die USA dar...Wir werden allgemein verantwortlich dafür gemacht.» Insgesamt bekräftigte der Geheimdienstchef, dass nach wie vor die Terrororganisation El Kaida die größte Einzelbedrohung für die Sicherheit der USA darstelle.

US-Generalstabschef Michael Mullen kündigte an, dass sich das Militär "höchstwahrscheinlich" auf Kürzungen einstellen muss. Im Haushaltsjahr 2009 betrug das Budget des Pentagon 515 Milliarden Dollar (400 Milliarden Euro), die Kriege im Irak und in Afghanistan nicht eingerechnet. Unter Präsident Bush wurde auch die Propagandaabteilung des amerikanischen Verteidigungsministeriums gewaltig ausgebaut. Um das Image der USA zu polieren, seien über 27'000 Personen beim Pentagon ausschliesslich mit der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, berichtet Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und stützt sich dabei auf Aussagen des Chefredaktors der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, Tom Curley.